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Agent-Led Transformation: Wie KI den Weg zu SAP S/4HANA beschleunigt

Geschrieben von Felix Weyde | 30. Juli 2026

In der neuen SAP-Welt, in deren Zentrum das autonome Unternehmen steht, verändert sich die Rolle von SAP S/4HANA. Architekturseitig unterhalb der SAP Business AI Platform angesiedelt, fungiert SAP S/4HANA bei diesem Konzept in erster Linie als eines von mehreren Quellsystemen, das Daten für KI-Agenten bereitstellt. Prozessinnovationen finden hingegen nicht mehr in SAP S/4HANA statt, sondern auf dem Layer der SAP Autonomous Suite. Insofern besteht das wesentliche Ziel der SAP S/4HANA-Transformation künftig darin, den Umstieg schnellstmöglich zu absolvieren und die für den KI-Einsatz im autonomen Unternehmen relevanten Architektur-Layer mit Daten beliefern zu können.

 

Das Wichtigste in Kürze:

  • Neue Rolle von SAP S/4HANA: Im Konzept des autonomen Unternehmens wird SAP S/4HANA zum Datenlieferanten für KI-Agenten auf der SAP Business AI Platform – Prozessinnovation findet künftig auf der Ebene der SAP Autonomous Suite statt, nicht mehr im ERP-Kern.

  • Empfohlenes Vorgehen: schlanker Brownfield-Ansatz statt doppeltem Greenfield-Projekt: Da der spätere Wechsel in die Public Cloud ohnehin meist ein Greenfield-Projekt erfordert, sollten Unternehmen jetzt schnell, schlank und kostengünstig per Brownfield auf SAP S/4HANA umsteigen.

  • Bis zu 30 % beschleunigte Transformation durch KI: Künstliche Intelligenz beschleunigt SAP S/4HANA-Projekte über drei Ausbaustufen – (1) Dokumentation & Assistenz, (2) Konzeption & Prüfung, (3) Umsetzung & Customizing – und entlastet dabei die Projektteams spürbar.

  • Mensch bleibt in der Verantwortung: KI automatisiert Routineaufgaben und unterstützt bei Analyse, Qualitätssicherung und Entwicklung, arbeitet aber stets unter Aufsicht erfahrener Architekten; fachlicher Review und menschliche Qualitätssicherung bleiben unverzichtbar.

 

Schlanke Brownfield-Migration als empfohlener Ansatz

Ein Greenfield-Projekt ist aufwendig und teuer – daher führen Unternehmen es idealerweise nur einmal durch. In der Regel erfordert spätestens der Weg in die Public Cloud ohnehin eine Neuimplementierung gemäß dem Greenfield-Ansatz. Wenn Unternehmen bereits jetzt ein Greenfield-Projekt fahren, um ihre Prozesse im Zuge des Umstiegs auf SAP S/4HANA zu optimieren, und dann zu einem späteren Zeitpunkt in die Public Cloud wechseln, machen sie faktisch zweimal Greenfield. Das ist jedoch unnötig, zumal die Prozessinnovation künftig oberhalb des ERP-Kerns stattfindet. Deshalb lautet die klare Empfehlung: jetzt schlank per Brownfield auf SAP S/4HANA umsteigen und ein etwaiges Greenfield-Projekt für den späteren Public-Cloud-Schritt aufsparen – falls es überhaupt noch notwendig sein wird.

 

Webinar: SAP S/4HANA-Migration im KI-Zeitalter – Effizient transformieren, gezielt investieren

 

KI-Einsatz bei der SAP S/4HANA-Transformation mit verschiedenen Ausbaustufen

Beim Bestreben, den Umstieg auf SAP S/4HANA möglichst effizient und wirtschaftlich zu bewerkstelligen, leistet künstliche Intelligenz in mehrfacher Hinsicht einen wertvollen Beitrag. Der KI-Einsatz beschleunigt das Transformationsprojekt – bezogen auf den Gesamtaufwand – um bis zu 30 %, entlastet die Projektbeteiligten und stellt eine hohe Ergebnisqualität sicher.

 

Die Möglichkeiten, sich KI zunutze zu machen, sind ausgesprochen vielfältig und können perspektivisch stufenweise ausgebaut werden. Das Spektrum an Tätigkeiten, bei denen künstliche Intelligenz wirksam unterstützt, reicht von klassischen Dokumentations- und Assistenzaufgaben über die Qualitätssicherung bis hin zu technischen Themen wie der Entwicklung von Software-Code.

 

Stufe 1: Dokumentation & Assistenz

Stufe 1 umfasst typische Aufgaben der Dokumentation und Assistenz. So ist es mithilfe von KI auf einfache Weise möglich, Wissen aus den Protokollen einzelner Meetings zusammenzuführen und in einen Workflow zu bringen, damit das Know-how automatisch weiterverarbeitet wird. So entsteht eine Wissensbasis, die im Laufe des Projekts permanent wächst. Die Schaffung eines solchen kontinuierlichen Workflows entlastet die Projektbeteiligten erheblich. Routineaufgaben laufen im Hintergrund, während sich das Team auf die wirklichen Mehrwerte konzentrieren kann.

 

Stufe 2: Konzeption & Prüfung

Auch für die konzeptionelle Arbeit und für die Qualitätssicherung lässt sich künstliche Intelligenz wirksam einsetzen, um die verschiedenen Fäden in einem Transformationsprojekt zusammenzuhalten. Die KI sorgt für eine erhebliche Zeitersparnis bei der Erstellung von Konzeptentwürfen auf der Grundlage bestehender Dokumentationen und bei der Aufbereitung von Informationen. Damit einher geht eine bessere Integration zwischen den am SAP S/4HANA-Projekt beteiligten (Fach-)Bereichen. KI-Agenten analysieren Fachkonzepte und Spezifikationen, identifizieren Abhängigkeiten und führen automatische Qualitätsprüfungen durch. Die Rolle der involvierten Personen verschiebt sich dahingehend, dass sie künftig vor allem die Arbeit der KI validieren, ergänzen und freigeben.

 

Stufe 3: Umsetzung & Customizing

Die dritte Ausbaustufe beinhaltet Anwendungsfälle im technischen Bereich, beispielsweise bei der Entwicklung von Software-Code und beim automatisierten Deployment. Typische Szenarien für einen KI-Einsatz mit Mehrwert sind die Erstellung von Implementierungsplänen, die Testerstellung, Vorschläge für das Code-Customizing sowie dessen Dokumentation und ein KI-gestütztes Projektmanagement mit Blick auf Planung, Aufgabenverteilung und Sprint-Tracking.

 

Im Zusammenhang mit SAP S/4HANA ermöglicht künstliche Intelligenz zudem eine wirtschaftliche Überführung von Legacy-Eigenentwicklungen in eine moderne Cloud-Architektur. Die eigentliche Anwendung wird beibehalten, technisch aber aus dem ERP-Kern herausgelöst und auf die SAP Business Technology Platform (BTP) gehoben. In diesem Szenario trägt die KI also maßgeblich dazu bei, dass Unternehmen ihre Clean-Core-Fähigkeit verbessern.

 

Fazit: Mit KI-Agenten schneller und besser zu SAP S/4HANA

Die SAP S/4HANA-Transformation muss im Zeitalter des autonomen Unternehmens neu gedacht werden. Im Mittelpunkt steht nicht länger die umfassende Neugestaltung und Optimierung von Geschäftsprozessen, sondern der schnelle Aufbau einer zukunftsfähigen Daten- und Systemlandschaft als Basis für den Einsatz von KI-Agenten. Ein schlanker, KI-gestützter Brownfield-Ansatz ermöglicht es Unternehmen, dieses Ziel effizient zu erreichen.

 

Künstliche Intelligenz automatisiert Routineaufgaben, unterstützt bei Analyse, Qualitätssicherung sowie Entwicklung und steigert sowohl die Geschwindigkeit als auch die Qualität von Transformationsprojekten. Wichtig dabei: Die KI arbeitet unter der Aufsicht erfahrener Architekten, der fachliche Review bleibt entscheidend und die Qualitätssicherung durch menschliche Anwender unverzichtbar. Unternehmen, die SAP S/4HANA und KI konsequent zusammendenken, beschleunigen nicht nur ihre Migration, sondern schaffen auch die Voraussetzungen für kontinuierliche Innovation – dort, wo sie künftig entsteht: auf der SAP Business AI Platform und der SAP Autonomous Suite oberhalb des ERP-Kerns.