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Künstliche Intelligenz wird zum wichtigsten Treiber der Digitalisierung

Geschrieben von Daniel Schumacher | 10. April 2026

In einer repräsentativen Umfrage hat der Digitalverband Bitkom den Einsatz von künstlicher Intelligenz (KI) und deren Auswirkungen auf die Digitalisierung untersucht. Demnach zieht die deutliche Mehrheit der befragten Unternehmen, die KI einsetzen, ein positives Fazit: Über drei Viertel (77 %) von ihnen haben mithilfe von KI ihre Wettbewerbsposition verbessert. Bei 52 % leistet KI einen messbaren Beitrag zum Unternehmenserfolg. Folglich arbeiten zwei Drittel der Unternehmen daran, den Einsatz von KI konsequent auszubauen. „Künstliche Intelligenz ist weltweit der entscheidende Treiber für mehr Produktivität und Effizienz“, sagt Bitkom-Präsident Dr. Ralf Wintergerst. „Die deutsche Wirtschaft macht beim KI-Einsatz Tempo.“

 

Unternehmen tun sich mit der digitalen Transformation schwer

Die zunehmende Verbreitung von künstlicher Intelligenz begünstigt die digitale Transformation in den Unternehmen. Die Unternehmen bewerten die Effekte der Digitalisierung auf den geschäftlichen Erfolg überwiegend positiv. 77 % geben an, dass ihnen die Digitalisierung eher Vorteile gebracht hat, 16 % berichten von großen Vorteilen. Außerdem steht für mehr als drei Viertel der Befragten fest, dass die derzeitige Krise der deutschen Wirtschaft auch mit der zögerlichen Digitalisierung zusammenhängt.

 

Auch wenn die Auswirkungen der digitalen Transformation als vielversprechend eingeschätzt werden, hat doch rund die Hälfte der Unternehmen Schwierigkeiten, die Digitalisierung bewältigen. 13 % sehen in ihr sogar eine Gefahr für die Existenz des eigenen Unternehmens. 65 % erkennen einen Wettbewerbsvorsprung bei den Unternehmen aus der eigenen Branche, die frühzeitig und konsequent auf die Digitalisierung gesetzt haben. Dabei geht es nicht bloß um punktuelle Optimierungen und Effizienzsteigerungen. Bei 42 % der Unternehmen hat die Digitalisierung das gesamte Geschäftsmodell verändert.

 

KI- und Digitalisierungserfolg basiert auf Daten

Um die digitale Transformation zu bewältigen, kommt der Nutzung von Daten eine entscheidende Bedeutung zu. Gerade hier offenbar viele Unternehmen erheblichen Nachholbedarf. 61 % nutzen ihre Daten bisher kaum oder gar nicht. Immerhin hat knapp ein Drittel inzwischen Maßnahmen ergriffen, um das Potenzial ihres Datenbestands künftig besser auszuschöpfen, und weitere 43 % planen, dies zu tun, bzw. diskutieren mögliche Wege dorthin. „Viele deutsche Unternehmen sitzen auf einem Datenschatz, den sie noch nicht gehoben haben – und von dem sie zu oft noch gar nichts wissen“, so Wintergerst. „Diese Daten können die Basis eines echten Digitalisierungsschubs sein, sei es beim Einsatz künstlicher Intelligenz oder bei der Entwicklung neuer Geschäftsfelder.“

 

Produkte mit digitalen Services optimieren

Das digitale Geschäft auszubauen, ist eine wirtschaftliche Notwendigkeit. Selbst Unternehmen, deren Produkte aktuell erfolgreich oder sogar führend sind, müssen sich Gedanken machen, wie sie ihre Produkte mit digitalen Dienstleistungen oder neuen Anwendungen aufwerten können. Allerdings geben 40 % an, dass sie sich schwer damit tun, neue digitale Produkte oder Services zu entwickeln. Die nach wie vor steigende Bedeutung der Digitalisierung lässt sich auch den Digitalumsätzen der Unternehmen ablesen. 56 % rechnen mit einem Anstieg der Digitalumsätze zwischen 10 % und 50 % in den kommenden fünf Jahren. Während nur 6 % erwarten, in fünf Jahren gar kein Digitalgeschäft zu haben, gehen 9 % davon aus, mindestens die Hälfte ihres Umsatzes digital zu erzielen.

 

Welche Faktoren die Digitalisierung einbremsen

Als größte Hindernisse für die Digitalisierung erweisen sich hohe Anforderungen an den Datenschutz (77 %), der Fachkräftemangel (70 %), strenge Vorgaben hinsichtlich der technischen Sicherheit (61 %) und fehlende marktfähige Lösungen (43 %). Das Spektrum der unternehmensinternen Hürden reicht von fehlender Zeit (66 %) und fehlenden finanziellen Mitteln (48 %) über langwierige Entscheidungsprozesse (40 %) sowie geringe Risikobereitschaft (37 %) bis zu mangelndem Wissen über Best Practices (26 %).

 

Fazit: Wettbewerbsvorteile durch KI und Digitalisierung sichern

Künstliche Intelligenz ist längst mehr als ein Zukunftsthema – sie entwickelt sich zum zentralen Motor der digitalen Transformation und zum entscheidenden Wettbewerbsfaktor. Viele Unternehmen profitieren bereits messbar vom KI-Einsatz und treiben den Ausbau konsequent voran. Gleichzeitig wird deutlich, dass die Digitalisierung für zahlreiche Organisationen weiterhin eine große Herausforderung darstellt.

 

Ein entscheidender Schlüssel zum Erfolg liegt in der konsequenten Nutzung von Daten, deren Potenzial bislang in vielen Unternehmen noch unzureichend ausgeschöpft wird. Ebenso wichtig ist die Fähigkeit, bestehende Produkte durch digitale Services weiterzuentwickeln und neue Geschäftsmodelle zu erschließen.