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DSAG-Jahreskongress, Tag 1: Woran hängt die Digitalisierung?

Geschrieben von Daniel Schumacher | 17. September 2019

Drei Tage im Zeichen der Digitalisierung – in Nürnberg ist heute der DSAG-Jahreskongress 2019 gestartet. In seiner Eröffnungs-Keynote gab der DSAG-Vorstandsvorsitzende Marco Lenck einen Einblick, wo die Unternehmen im Hinblick auf die digitale Transformation stehen. So gaben bei einer Umfrage unter DSAG-Mitgliedern nur 29 % der Teilnehmer an, dass die Digitalisierung in ihrem Unternehmen weit oder sehr weit vorangeschritten sei. Im vergangenen Jahr lag dieser Wert noch bei 44 %.

 

Zweifel an der Produktstrategie

Zweifellos ist die Digitalisierung der wichtigste Treiber für die Veränderung von Geschäftsprozessen. Aber warum erzielen Unternehmen beim digitalen Wandel nicht die erhofften Fortschritte? Welche Gründe stehen einer erfolgreichen digitalen Transformation im Weg? Auch dazu haben sich die Unternehmen in der Umfrage geäußert. Als interne Ursachen gelten beispielsweise fehlende Ressourcen, starre Organisationstrukturen und mangelnde Änderungsbereitschaft der Mitarbeiter.

 

Darüber hinaus scheint im Markt eine gewisse Unruhe hinsichtlich der Rolle zu bestehen, die SAP bei der Digitalisierung spielen kann. 45 % der Unternehmen geben an, dass sie der Produktstrategie von SAP nur teilweise vertrauen. 30 % haben wenig bis gar kein Vertrauen. Was die Anwendungen angeht, äußern die Unternehmen konkrete Wünsche. „Da Unternehmen verstärkt auf hybride Landschaften in der Digitalisierung setzen, ist SAP gefordert, deren Auf-und Ausbau sowie ihren Betrieb inklusive Lizenzmodellen so einfach, attraktiv und flexibel wie möglich zu gestalten“, betont Marco Lenck.

 

Die Forderungen: Integration, Stammdaten, Funktionalität, Skalierbarkeit

Die SAP-Kunden erwarten eine bessere Integration zwischen der SAP-Welt, Public-Cloud-Lösungen und kundenspezifischen Erweiterungen, einheitliche Stammdaten, eine erweiterte, stabile Funktionalität sowie die Skalierbarkeit von Lösungen und Lizenzmodellen. Die Eintrittshürden für Pilotprojekte dürfen nicht zu hoch sein, spätere Investitionsentscheidungen müssen verlässlich sein. Auch Geschwindigkeit spielt in diesem Zusammenhang eine wichtige Rolle. Das Tempo, mit dem SAP an zentralen Themen arbeitet und Innovationen realisiert, muss mit den Anforderungen der Unternehmen Schritt halten.

 

Für die meisten Unternehmen fungiert S/4HANA als Grundlage der Digitalisierung und bildet den digitalen Kern für die weiteren Planungen. Wenn es darum geht, Kundenprozesse zu digitalisieren, etwa mit C/4HANA, wünschen sich die Anwender, dass SAP die ureigenen Stärken bei Integration und Harmonisierung stärker ausspielt, um sich gegenüber anderen Anbietern in diesem Bereich zu profilieren. Angesichts der Tatsache, dass Unternehmen als Cloud-Plattform überwiegend Microsoft Azure und Amazon Web Services nutzen, werden offene Technologien für interoperable Geschäftsprozesse benötigt.

 

 

 

 

 

 

 

Die Impressionen des ersten Kongresstags im Video

 

SAP als Partner für die Digitalisierung

Im Anschluss erläuterte Christian Klein, Chief Operating Officer von SAP, den Teilnehmern des DSAG-Jahreskongresses, warum SAP der richtige Partner für die Digitalisierung ist. In Deutschland stünden viele Unternehmen noch am Anfang der digitalen Transformation. Der Wille zur Veränderung sei vorhanden, allerdings hapere es bisweilen an der Umsetzung. Als Triebfedern der Digitalisierung fungierten neue Technologien, die Unternehmen in Intelligent Enterprises verwandeln. Wichtiges Kennzeichen solcher intelligenten Unternehmen seien nahtlose Prozesse über die gesamte Wertschöpfungskette hinweg.

 

Als Partner für die digitale Transformation setzt SAP auf vier Kernfaktoren: End-to-End-Geschäftsprozesse, künstliche Intelligenz, Echtzeitsteuerung und flexible Deployment-Optionen. Unter den Anbietern von ERP-Systemen erreicht SAP die breiteste Abdeckung von Kerngeschäftsprozessen und steht für betriebswirtschaftliche Integration. Neben einer nahtlosen Customer Experience und dem Bereitstellen einer harmonisierten Nutzeroberfläche sind auch offene Schnittstellen für 3rd-Party-Anbindungen ein wichtiges Kriterium.

 

Innovationen integrieren

Künstliche Intelligenz (KI) verändert die Abläufe in Unternehmen und bietet Potenzial für Produktivitätssteigerungen zwischen 10 und 30 %. Sie wird immer mehr zu einem integralen Bestandteil der SAP-Anwendungen und fließt auf diese Weise wirksam in Geschäftsprozesse ein. Darüber hinaus ist es dank SAP-Lösungen möglich, Unternehmen in Echtzeit zu steuern und im Sinne des Geschäftserfolgs kurzfristig auf Entwicklungen zu reagieren.

 

Zur Digitalisierungsstrategie von SAP gehört es auch, es den Unternehmen zu überlassen, ob sie ihre Software aus der Cloud, on-premise oder in hybriden Szenarien beziehen möchten. Der beste Weg hängt immer von den jeweiligen Voraussetzungen der Unternehmen ab, sodass pauschale Empfehlungen kaum möglich sind. Passend zur proklamierten Flexibilität im Deployment gab Christian Klein das klare Bekenntnis ab, dass SAP auch die On-Premise-Variante von S/4HANA weiterhin mit Innovationen versorgen wird.

 

Teilnehmerrekord auf dem DSAG-Jahreskongress

Der DSAG-Jahreskongress 2019 möchte Denkanstöße geben, wie sich Unternehmen erfolgreich digitalisieren. Und er feiert in Nürnberg einen runden Geburtstag, findet er doch zum 20. Mal statt. Marco Lenck sieht darin eine eindrucksvolle Erfolgsgeschichte: Seit 1999 habe sich der DSAG-Jahreskongress immer weiter professionalisiert und zunehmend auch neuen Themen geöffnet. Inzwischen bilde er die wichtigste Plattform für sämtliche Themen, die im SAP-Umfeld eine Rolle spielen. Seine Bedeutung lässt sich auch an den kontinuierlich steigenden Besucherzahlen ablesen: Während bei der ersten Auflage 850 Teilnehmer dabei waren, bedeuten die 5.500 Teilnehmer in diesem Jahr einen neuen Rekord. In diesem Sinne: Auf die nächsten 20 Jahre!

 

Bild: DSAG e. V.