In vielen Unternehmen steigen 2026 die Budgets für die IT im Allgemeinen und für SAP im Besonderen – allerdings erfolgen die Investitionen gezielter und stehen kritischer auf dem Prüfstand als in der Vergangenheit. Zu dieser Erkenntnis gelangt der Investitionsreport 2026 der Deutschsprachigen SAP-Anwendergruppe (DSAG). Demnach haben 38 % der Unternehmen aus dem DACH-Raum höhere IT-Gesamtbudgets zur Verfügung als im Vorjahr. Bei 35 % bleiben die Ausgaben gleich, während 24 % mit kleineren Budgets planen. In Bezug auf SAP-Software steigt das Budget bei 43 % der Unternehmen. Unveränderte SAP-Budgets haben 26 % der Befragten, während 28 % geringere Investitionen tätigen wollen.

 


 

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Unternehmen unter wirtschaftlichem Druck

Der DSAG-Vorstandsvorsitzende Jens Hungershausen ordnet die Ergebnisse des DSAG-Investitionsreports 2026 folgendermaßen ein: „Die Entwicklung der Budgets spiegelt den anhaltenden wirtschaftlichen Druck wider, unter dem viele Unternehmen stehen. Energiepreise, geopolitische Unsicherheiten und ein angespanntes Marktumfeld führen dazu, dass Investitionen kritischer hinterfragt und teilweise verschoben werden – auch im SAP-Umfeld.“

 

SAP behält auch weiterhin eine zentrale Rolle im Bereich der Unternehmenssoftware. Bei 36 % der Befragten nimmt die Relevanz von SAP zu, bei 48 % bleibt die Relevanz auf dem bisherigen Niveau und nur 16 % gehen davon aus, dass die Bedeutung von SAP-Software zurückgehen wird. Auf die Frage, welche Herausforderungen sich unmittelbar auf ihre SAP-Investitionsentscheidungen auswirken, nannten die Unternehmen folgende Aspekte am häufigsten: Wirtschaftlichkeit von Investitionen in SAP-Software (79 %), wirtschaftliche Rahmenbedingungen (79 %), SAP-Lizenz- und Vertragsgestaltung (70 %), Wartungsende (63 %) und die Umsetzung gesetzlicher Vorgaben (59 %).

 

Prozessoptimierung und Effizienzsteigerung als Treiber

Mit ihren Investitionen in SAP-Lösungen verfolgen Unternehmen drei wesentliche Ziele: Sie möchten die digitale Transformation und die Modernisierung ihrer Geschäftsprozesse voranbringen, sie erwarten gesteigerte Effizienz sowie optimierte Kosten und sie wollen höhere Compliance und Sicherheit gewährleisten. Insgesamt stehen die SAP-Investitionen heute stärker auf dem Prüfstand als in der Vergangenheit. „Vor dem Hintergrund wirtschaftlicher Unsicherheiten, steigender Kosten und komplexer Lizenz- und Wartungsmodelle müssen SAP-Investitionen zugleich innovativ, wirtschaftlich tragfähig und resilient sein“, sagt Jens Hungershausen.

 

Organisationen nehmen sich Zeit für die SAP S/4HANA-Transformation

An SAP S/4HANA kommen Unternehmen auch im Jahr 2026 bei den Investitionen nicht vorbei. 42 % planen hohe und mittlere Investitionen für SAP S/4HANA on-premise, 22 % für SAP S/4HANA Cloud Private Edition und 6 % für SAP S/4HANA Cloud Public Edition. Die Zahlen bestätigen die Erkenntnis aus den Vorjahren, dass bei der SAP S/4HANA-Transformation vor allem die On-Premise-Variante und die kontrollierte Private-Cloud-Umgebung im Fokus stehen.

 

Etwa die Hälfte der Befragten gibt an, dass sie die Umstellung auf SAP S/4HANA bis Ende 2030 vollzogen haben werden. Aufgrund der Komplexität ihrer Systemlandschaften ist ein früherer Wechsel nicht realistisch. Dementsprechend sind sie auch bereit, die höheren Gebühren für die Extended Maintenance ab 2027 zu bezahlen. 37 % gehen davon aus, SAP S/4HANA bereits bis 2027 produktiv im Einsatz zu haben.

 

Strategisches Zielbild SAP Business Suite?

Rund ein Drittel (35 %) der Unternehmen orientiert sich bei den Investitionsentscheidungen am Zielbild der „neuen“ SAP Business Suite, bestehend aus SAP Cloud ERP, SAP Business AI, SAP Business Data Cloud und SAP Business Technology Platform (BTP). Das ist insbesondere für SAP Business AI und für die SAP Business Data Cloud durchaus bemerkenswert, weil es sich hierbei um zwei relativ neue Produkte handelt, die aber dennoch bereits eine gewisse Relevanz für die Planungen der Unternehmen gewonnen haben. Für 62 % spielt das Zielbild der SAP Business Suite bei der Investitionsplanung bisher keine Rolle.

 

SAP BTP dominiert bei den SaaS-Investitionen

Bei den Software-as-a-Service-Lösungen (SaaS) planen 39 % hohe und mittlere Investitionen für die SAP Business Technology Platform und 23 % für SAP SuccessFactors. Knapp dahinter erreicht die SAP Business Data Cloud bereits Platz 3 mit 22 %. Innerhalb der SAP BTP investieren die Unternehmen vor allem in Integration (45 %) und in Analyselösungen (38 %). Auch die Anwendungsentwicklung und -automatisierung (27 %) sowie künstliche Intelligenz (16 %) werden bei Investitionsentscheidungen in die SAP BTP berücksichtigt.

 

Was den KI-Einsatz angeht, haben 43 % der Unternehmen bereits konkrete Anwendungsfälle realisiert. Auffällig dabei: Mehr als drei Viertel setzen bei der künstlichen Intelligenz auf Nicht-SAP-Lösungen. Aus Sicht der DSAG liegt das unter anderem daran, dass Nicht-SAP-Lösungen häufig einen schnelleren Zugang ermöglichen, während die Unternehmen bei SAP-basierten KI-Szenarien aufgrund komplexer Lizenzmodelle und heterogenen Systemlandschaften zurückhaltend sind. Hinzu kommt, dass viele Unternehmen noch On-Premise-Systeme oder stark individualisierte Landschaften nutzen, in denen KI-Innovationen bislang nur eingeschränkt nutzbar sind.

 

Fazit: Starker Fokus auf Effizienz und Kosten

Unternehmen im DACH-Raum sind weiterhin bereit, in ihre IT und in SAP zu investieren – allerdings mit einem deutlich geschärften Blick auf Wirtschaftlichkeit, Nutzen und Risiko. Digitale Transformation und Prozessmodernisierung bleiben zentrale Treiber für Investitionen, aber auch Kostenoptimierung, Effizienzanforderungen sowie regulatorische und sicherheitsrelevante Vorgaben rücken für die Entscheider zunehmend in den Fokus. Unterm Strich zeigt sich: SAP bleibt strategisch relevant, doch Investitionen müssen 2026 mehr denn je wirtschaftlich belastbar, technologisch sinnvoll integrierbar und langfristig zukunftssicher sein. Innovation allein reicht nicht – entscheidend ist ihr messbarer Mehrwert im unternehmerischen Gesamtkontext.

 

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