„Das Autonomous Enterprise zwischen Goldrausch und Realität“ lautete der Titel des Keynote-Panels an Tag 2 des DSAG-Jahreskongresses 2026 in Köln. Die DSAG-Fachvorstände Thomas Henzler (Vertrieb, Produktion & Logistik), Hermann-Josef Haag (Personalwesen & Public Sector), Michael Bloch (Lizenzen, Vertragswesen & Support) und Stephan Hüttmann (Financials) legten in ihrer Diskussionsrunde die SAP-Vision des Autonomous Enterprise und die realen Herausforderungen übereinander, denen sich Unternehmen derzeit gegenübersehen. Die wesentliche Erkenntnis: Die KI-Vision von SAP ist spannend und überzeugend, aber der Weg bis zu ihrer Realisierung ist noch weit.
Schaffen Sie die Voraussetzungen für das Autonomous Enterprise
Autonomous Enterprise erfordert KI-Readiness
Worüber ebenfalls Einigkeit herrschte: Der Einsatz von künstlicher Intelligenz (KI) ist für Unternehmen alternativlos, um wettbewerbsfähig zu bleiben. Die KI kann als wirksamer Skalierungs- und Produktivitätshebel dienen – unter zwei Voraussetzungen: Erstens, die Unternehmen identifizieren passende KI-Szenarien, die sich wirtschaftlich umsetzen lassen. Und zweitens, sie machen ihre Systeme, ihre Prozesse und ihre Mitarbeiter KI-ready.
Organisationen benötigen ein Fundament, damit KI produktiv und zielgerichtet eingesetzt werden kann. Dieses Fundament macht einiges an Grundlagenarbeit erforderlich: Es braucht eine harmonisierte Datenbasis, eine hohe Datenqualität, eine sauber aufgesetzte Governance, eine konsequent betriebene Clean-Core-Strategie und eine Befähigung der Mitarbeiter. Auf diese Themen sollten Unternehmen ihren Fokus richten, um KI-Readiness herzustellen.
Was SAP für das Autonomous Enterprise tun muss
Für SAP besteht eine wesentliche Aufgabe darin, die angekündigten Funktionalitäten rund um das Autonomous Enterprise schnellstmöglich zu liefern und sämtlichen SAP-Anwenderunternehmen zur Verfügung zu stellen. Denn viele Features sind – wenn überhaupt – aktuell in der Pilotphase oder nur in bestimmten Szenarien produktiv einsetzbar. Außerdem forderten die DSAG-Fachvorstände von SAP, die Komplexität der Systemlandschaft zu reduzieren und verlässliche Integrationen zu liefern.
Unternehmen benötigen mehr Sicherheit und Verlässlichkeit bei der Lizenzierung und den Vertragsmodellen. Der Investitionsschutz ist von zentraler Bedeutung, damit Entscheidungen, die heute getroffen werden, auch morgen und übermorgen noch tragbar sind und sich nicht plötzlich nachteilig für die Unternehmen auswirken. Ebenso muss eine Offenheit zwischen SAP-Anwendungen und Drittanbieter-Applikationen für eine flächendeckenden KI-Einsatz gegeben und auch wirtschaftlich darstellbar sein.
Fazit: Erst die Hausaufgaben, dann die Vision
Vom Autonomous Enterprise sind die meisten Unternehmen noch ein gutes Stück entfernt. Um sich dem Zielbild Schritt für Schritt anzunähern, gilt es, die eigenen Hausaufgaben zu machen. Für CIOs eröffnen sich dabei verschiedene Handlungsfelder: die Datenqualität verbessern, Prozessausnahmen reduzieren und die Unternehmensarchitektur modernisieren. Auf diese Weise entsteht ein Fundament, das Unternehmen bereit macht für die KI und dafür sorgt, dass KI-Anwendungsfälle wirtschaftlich, zielgerichtet und mit Mehrwert umgesetzt werden können.
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