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DSAGLIVE 2021: Unternehmen im digitalen Dilemma

Geschrieben von Daniel Schumacher | 21. September 2021

Mit den Keynotes des DSAG-Vorstandsvorsitzenden Jens Hungershausen und des SAP-CEO Christian Klein ist die DSAGLIVE 2021 am 20. September gestartet. Das Motto der diesjährigen virtuellen Alternative zum DSAG-Jahreskongress lautet „Mut und Intelligenz – Jetzt!“. Was damit gemeint ist: In Sachen Digitalisierung gibt es in Deutschland erheblichen Nachholbedarf. Folglich sind die Unternehmen gefordert, wichtige Weichenstellungen für eine erfolgreiche Zukunft entschlossen und mutig vorzunehmen.

 

 

Gehen Sie die digitale Transformation ganzheitlich an

 

 

Die Berichterstattung zur DSAGLIVE 2021 im Überblick:

 

Impulse für einen proaktiven Wandel

Die Corona-Pandemie gilt gemeinhin ein wichtiger Impulsgeber für die Digitalisierung. Dieser These stimmte Jens Hungershausen in seiner Keynote grundsätzlich zu, betonte aber auch, dass sich die Anstrengungen und Investitionen der Unternehmen in erster Linie auf die virtuelle Zusammenarbeit und auf Mobile Work konzentrierten. Eine zukunftsgerichtete Digitalisierung und Automatisierung der unternehmerischen Kernprozesse habe hingegen nur selten stattgefunden. Daher verfolgt die DSAGLIVE 2021 das Ziel, wichtige Impulse für die digitale Transformation zu setzen und den Teilnehmern Anregungen zu geben, wie sie einen grundlegenden Wandel proaktiv angehen können.

 

Heute vs. morgen

Der DSAG-Vorstandsvorsitzende skizzierte ein digitales Dilemma: Einerseits müssen die Unternehmen ihre Existenz im Heute sichern, sich aber andererseits gleichzeitig auch auf das Morgen vorbereiten. Dieser Spagat stellt viele Unternehmen vor eine gewaltige Herausforderung. Auffällig ist dabei das mangelnde Bewusstsein für die Notwendigkeit, die eigenen Geschäftsprozesse auf ihre Zukunftsfähigkeit zu überprüfen und sie gegebenenfalls neu aufzusetzen.

 

Das hängt unter anderem damit zusammen, dass die wirtschaftlichen Auswirkungen der Corona-Krise weniger schlimm waren als befürchtet. Laut den Zahlen einer aktuellen DSAG-Umfrage ist der Umsatz in diesem Jahr bei 42 % der Unternehmen rückläufig, nachdem es 2020 noch 74 % waren. Durch die wirtschaftliche Erholung empfinden viele Unternehmen offenbar einen geringeren Handlungsdruck. Sie sehen keine dringende Notwendigkeit, grundlegende Veränderungen zu realisieren – und vielleicht fehlt an der einen oder anderen Stelle auch der Mut dazu. Dementsprechend hat sich das Tempo der Digitalisierung in Deutschland verlangsamt. Hinzu kommt: Bei den IT-Investitionen und beim Einsatz intelligenter Technologien liegt der Fokus eher auf der Steigerung der Prozesseffizienz als auf der Erneuerung bzw. Anpassung von Geschäftsmodellen.

 

Transformation muss nach Corona weitergehen

Die Unternehmen sind Teil einer schnelllebigen Welt und müssen mit sich kurzfristig verändernden Rahmenbedingungen klarkommen. Daher appelliert die DSAG an ihre Mitglieder, die Investitionen in die Digitalisierung auch nach dem endgültigen Überwinden der Corona-Krise nicht zurückzuschrauben und sich stärker als bisher auf neue Technologien einzulassen. „Das deutsche Bedenkenträgertum kann dazu führen, dass Unternehmen den Anschluss verlieren“, sagt Jens Hungershausen. Er plädiert für einen digitalen Optimismus: Wenn Unternehmen die Vorteile der Veränderung sehen und nicht nur mögliche Gefahren, werden sie besser in der Lage sein, die kommenden Herausforderungen zu bewältigen und den Unternehmenserfolg dauerhaft sicherzustellen.

 

Agiler, widerstandsfähiger und nachhaltiger mit SAP

Christian Klein, CEO von SAP, knüpfte in seiner Keynote „Intelligent, vernetzt, nachhaltig: Gemeinsam die Zukunft gestalten“ an die Ausführungen von Jens Hungershausen an. Er forderte von den Unternehmen ebenfalls Mut und Intelligenz, um die digitale Transformation zu meistern. Dadurch verbessern sie ihre Wettbewerbsfähigkeit, machen ihre Lieferketten widerstandsfähiger und gestalten ihre Wertschöpfungsketten nachhaltiger. SAP unterstützt mit den passenden Software-Lösungen und mit RISE with SAP, dem ganzheitlichen Angebot für Business-Transformation-as-a-Service. Auch intelligente Technologien spielen eine wichtige Rolle. Durch sie lasse sich der Automatisierungsgrad von Geschäftsprozessen um bis zu 90 % steigern.

 

Für die Zukunft identifizierte Christian Klein zwei Megatrends, welche die Geschäftswelt langfristig prägen werden. Zum einen werden Business-Netzwerke immer wichtiger für den Erfolg, in denen Unternehmen Daten und Erkenntnisse über Unternehmensgrenzen hinweg teilen und gemeinsam nutzen – eine wichtige Voraussetzung beispielsweise für die Optimierung von Lieferketten. Zum anderen wird sich Nachhaltigkeit noch stärker als bisher als Geschäftsdimension etablieren. Nachhaltige Geschäftspraktiken entlang der gesamten Wertschöpfungskette werden für Unternehmen ebenso wie das Treffen von nachhaltigen Geschäftsentscheidungen zu einem elementaren Erfolgsfaktor. Das Fazit von Christian Klein: Das Tempo des digitalen Wandels ist hoch. Wer seine Geschäftsprozesse mithilfe von SAP ganzheitlich digitalisiert, ist bestmöglich auf die Transformation vorbereitet und kann künftig flexibel auf Veränderungen reagieren.