Gesund ist nicht mehr gesund. Frischeprodukte wie Salate, Gemüse und Obst verfügen über eine katastrophale CO2 Bilanz. Durchschnittlich 2.400 km liegen zwischen Anbaugebiet und dem Teller, auf dem sie serviert werden. Auf ihrer Reise verlieren sie zudem drastisch an Nährstoffen. Und damit der Verbraucher mit optisch möglichst einwandfreien Produkten versorgt wird, kommen rund 2,5 Millionen Tonnen Pestizide jährlich zum Einsatz. Zustände, die für die Firmengründer der Farmers Cut GmbH, mit Sitz in Hamburg, nicht mehr tragbar waren.

 

Mit der Überzeugung weltweit die urbane Lebensmittelversorgung nachhaltig und ganzheitlich revolutionieren zu können, setzten sich die Gründer von Farmers Cut im Jahr 2015 zum Ziel, weltweit Indoor Vertical Farmen in Stadtzentren zu bauen, um sowohl die Gastronomie, als auch den Endkonsumenten ganzjährig mit frischen, pestizidfreien, lokalen Salaten, Kräutern und Kleingemüse zu versorgen. Transportwege werden dadurch gegen Null reduziert und da die Produkte erst unmittelbar vor dem Verzehr geerntet werden, wird auch der optimale Nährstoffgehalt der Nahrungsmittel sichergestellt.

 

Softwaregesteuerte Automatisierung und Machine Learning als Schlüssel zum Erfolg

System_Overview_Ibsolution_farmersCutUm ein Höchstmaß an Effizienz in der Produktion der Pflanzen erzielen zu können, setzte sich Farmers Cut das Ziel, den gesamten Produktionsprozess zu automatisieren. Dazu gehört insbesondere auch die Produktionsplanung.

 

Sämtliche dafür notwendigen Anwendungen sollen ohne große Anpassungen in allen weltweit geplanten Farmen übernommen werden können. Diese Tatsache, gepaart mit den ambitionierten Expansionsplänen des Hamburger Start-Ups führten dazu, dass man sich softwareseitig nicht mit Eigenentwicklungen beschäftigte, sondern bereits zu Beginn auf die Skalierbarkeit einer großer Softwarelösungen setzte. Zukünftig plant Farmers Cut den Betrieb von Indoor Farmen in mehr als 20 Ländern, mit jeweils mehreren Produktionsstraßen. Diese gilt es zentral zu steuern. Idealerweise durch einen ungelernten Mitarbeiter, der die Farm mit seinem Smartphone betreibt und managed – so die Idee des Start-Up Unternehmens.

 

Zusammen mit IBsolution, einem SAP Beratungshaus mit Sitz in Heilbronn, konnte schnell eine adäquate Lösung gefunden werden. Man entschied sich dazu, sämtliche prozessunterstützenden Automatismen und Apps auf der SAP Cloud Platform zu entwickeln. IBsolution konnte ihren Innovationsspirit und ihre Erfahrungswerte aus einer Vielzahl von Projekten mit dieser noch recht jungen Technologie dazu nutzen, eine schlanke und doch skalierbare Lösung zu designen. Die Entscheidung für SAP viel allerdings nicht ausschließlich wegen Skalierungseffekten. Bereits zu Beginn war man sich bewusst, dass eine Vernetzung mit Geschäftspartnern stattfinden muss – und auch diese nutzen SAP, was es einfacher macht die Systeme miteinander zu verknüpfen.

 

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Herzstück der Anwendungen ist eine SAP HANA Datenbank, auf der alle Stammdaten des Unternehmens verwaltet werden. Rezepte, ideale Umweltbedingungen, reale Daten der Sensoren und vieles mehr laufen dort zusammen und helfen mit SAP Leonardo Machine Learning die Prozesse kontinuierlich zu vereinfachen und zu optimieren. Die Anbindung der bis zu 1.000 Sensoren je Farm konnte dabei über Raspberry Pie in nur einem Tag realisiert werden.

 

FarmersCut02Standard SAP Fiori Apps erlauben zukünftig die einfache Steuerung und Überwachung von Aussaat, den klimatischen Bedingungen in den Keimkammern sowie der gesamten Produktionsplanung. Mit Bilderfassung und deren Auswertung mit SAP Leonardo wird in naher Zukunft sogar die Ernte der Pflanzen voll automatisiert vonstatten gehen können. Geplant ist, diese Apps auch als iOS oder Android Version zu entwickeln und zur Verfügung zu stellen.

 

Der hohe Automationsgrad auf der SAP Cloud Platform, Machine Learning mit SAP Leonardo und einfache Apps ermöglichen es beinahe jedem „Farmer“ zu werden. Die Verlagerung der Produktion zum Kunden verbessert die CO2 Bilanz der Lebensmittel, reduziert Schadstoffe in der Nahrungsaufnahme und erzeugt ganz neue „Frischeerlebnisse“.  

 

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