Das Internet of Things (IoT) ist in aller Munde und verändert die Business-Welt nachhaltig. Prognosen von Gartner gehen von rund 30 Milliarden vernetzten Geräten bis 2020 aus. Was das Internet of Things genau ist, dazu gibt es unterschiedliche Definitionen. Das IoT-Verständnis von SAP stellt die physischen Objekte in den Mittelpunkt, die mit integrierten technologischen Komponenten („Embedded“-Technologie) wie Mikrocontrollern ausgestattet sind. Über Sensoren sind diese Objekte in der Lage, Parameter wie Druck oder Temperatur zu messen und die Daten zu sammeln. Mithilfe von Aktoren lösen die physischen Objekte schließlich bestimmte Aktionen aus.

 

Worin besteht der Mehrwert des Internet of Things?

Das eigentlich Neue am Internet of Things ist der Austausch der gesammelten Daten auf der Basis von Cloud-Technologien und geeigneten Infrastrukturen. Er kann beispielsweise direkt zwischen zwei Produktionsmaschinen erfolgen. Oder die Daten werden an ein zentrales Backend gesendet.

 

Sinn und Zweck des Internet of Things ist es, sämtliche Lebensbereiche, also das private ebenso wie das geschäftliche Umfeld, zu verbessern. Aber wie wird aus dem IoT ein wirklicher Mehrwert? Da das physische Objekt mit Technologie ausgestattet ist, führt es nicht nur seine eigentliche Funktion lokal aus, sondern ermöglicht zusätzlich einen IT-basierten Service, der sich in einem digitalen Ökosystem abspielt und global skalierbar ist.

 

Das IoT-Portfolio von SAP

Um IoT-Szenarien zu realisieren, hat SAP verschiedene Komponenten im Portfolio. Hierbei spielt die SAP Cloud Platform eine zentrale Rolle. Denn Technologie-Plattformen stellen die bevorzugte Infrastruktur dar, um Innovationen voranzutreiben. Die Anbieter solcher plattformbasierten Ökosysteme profitieren von deren enormer Flexibilität.

 

In diesem Zusammenhang begegnet man immer wieder dem Begriff „IT der zwei Geschwindigkeiten“. Damit ist gemeint, dass Unternehmen einerseits auf einen stabilen IT-Kern setzen, um die Geschäftsprozesse zu unterstützen und die Organisation zu lenken. Andererseits soll die IT einem Unternehmen auch Wettbewerbsvorteile verschaffen, indem Innovationen vorangetrieben und Produkte schnellstmöglich verbessert werden. An dieser Stelle kommt die SAP Cloud Platform ins Spiel, die darüber hinaus auch eine nahtlose Integration in das SAP-Backend gewährleistet.

 

SAP Cloud Platform

Die SAP Cloud Platform ist als offene Platform-as-a-Service konzipiert. Sie dient dazu, On-premise-Anwendungen skalierbar zu erweitern und zu integrieren sowie komplett neue Anwendungen in der Cloud zu entwickeln und webbasiert an Kunden oder Mitarbeiter auszurollen. Die SAP Cloud Platform beinhaltet umfassende Anwendungs- und Datenbankservices wie die In-Memory-Datenbank HANA. SAP selbst spricht mit Blick auf die SAP Cloud Platform vom Fundament für das intelligente, zukunftsfähige Unternehmen.

 

Was die Infrastruktur angeht, läuft die SAP Cloud Platform sowohl auf eigenen Rechenzentren von SAP als auch auf skalierbaren Cloud-Umgebungen (Amazon Web Services, Microsoft Azure, Google Cloud Platform). Das quelloffene Cloud Foundry ist gewissermaßen das Betriebssystem der SAP Cloud Platform und beinhaltet verschiedene Programmiersprachen sowie vorgefertigte Services. Innovative Technologien wie das Internet of Things, Blockchain und Machine Learning sind im digitalen Innovationsportfolio SAP Leonardo zusammengefasst, das aktuell den größten Weiterentwicklungsbereich innerhalb der SAP Cloud Platform bildet.

 

Das Internet of Things in der Praxis

Die vernetzten physischen Objekte senden ihre Daten an die IoT-Lösungen in der SAP Cloud Platform. Die Leonardo IoT Foundation besteht aus technischen Services und aus Business-Services. Die technischen Services werden benötigt, um die Konnektivität zwischen Gerät und Cloud herzustellen und das Gerät zu mangen. Die Business-Services dienen dazu, IoT-Anwendungen, zum Beispiel einen digitalen Zwilling, zu bauen. Für das Datenmanagement stehen verschiedene Datentechnologien zur Verfügung.

 

Eine Alternative zur direkten Kommunikation zwischen Gerät und Cloud ist es, die Softwarekomponente Leonardo IoT Edge zwischenzuschalten. Sie sammelt lokal im eigenen Netzwerk IoT-Daten, analysiert sie und schickt in der Regel nur eine Teilmenge in die Cloud. Anschließend kommen die Leonardo IoT Applikationen ins Spiel: Mit den gesammelten Daten lassen sich eigene IoT-Apps bauen und den Fachbereichen zur Verfügung stellen. Über die Integration Services der SAP Cloud Platform können auch Business-Systeme wie ERP, Stammdaten oder Transaktionsdaten in die IoT-Applikationen einfließen.

 

Fazit und Ausblick

Die SAP Cloud Platform ermöglicht es, innovative, digitale Prozesse und Geschäftsmodelle zu realisieren. Die komplette Infrastruktur ist End-to-End auch in das ERP-Backend integrierbar. Das IoT-Portfolio umfasst technische Komponenten und Business-Komponenten, um Konnektivität herzustellen und Apps zu bauen. Mit den SAP Services lassen sich ohne Programmierkenntnisse erste Prototypen bauen.

 

SAP entwickelt die IoT-Services ständig weiter: Es kommen permanent neue Adapter und Protokolle sowie bessere APIs hinzu. Zudem werden Integrationsszenarien in immer mehr IT-Systeme umgesetzt. Auch Schlüsseltechnologien wie Machine Learning halten verstärkt Einzug in das IoT-Portfolio, um im Internet of Things effizient mit den gesammelten Daten arbeiten zu können.

Wie kann Ihr Unternehmen vom Internet of Things profitieren?

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