Governance beschreibt den Rahmen, innerhalb dessen ein Unternehmen sein Identitäten-Management und seine Zugriffskontrollen steuert und überwacht: Wer trifft welche Entscheidungen? Welche Richtlinien gelten? Wer ist verantwortlich, wenn etwas schiefläuft? Im SAP-Umfeld bedeutet das konkret: klare Rollenzuweisungen, dokumentierte Prozesse, definierte Kontrollmechanismen und eine nachvollziehbare Entscheidungshistorie – vom einzelnen Benutzerantrag bis zur systemweiten Berechtigungsstrategie.
Compliance stellt sicher, dass diese Governance-Strukturen auch den externen Anforderungen standhalten: gesetzliche Vorgaben, Branchenstandards, interne Revisionsanforderungen und Prüfungen durch externe Wirtschaftsprüfer. In SAP-Systemen, die das Rückgrat vieler Geschäftsprozesse bilden – von der Finanzbuchhaltung über die Personalverwaltung bis zur Lieferkette – ist Compliance kein optionales Thema, sondern eine operative Notwendigkeit.
Funktionstrennungskonflikte (Segregation of Duties) entstehen schleichend. Ein Benutzer kann Bestellungen anlegen und gleichzeitig genehmigen, Zahlungen erfassen und ausführen. Ohne systematische Kontrolle bleiben diese Risiken jahrelang unentdeckt.
Berechtigungen wie vollständiger Systemzugriff, Debugging in Produktion oder Tabellenänderungen ohne Protokoll stellen ein erhebliches Sicherheitsrisiko dar – besonders wenn sie unkontrolliert vergeben oder nie entzogen werden.
Wer hat wann welche Berechtigung vergeben – und warum? Ohne lückenlose Dokumentation und Audit-Trail ist die Beantwortung dieser Fragen im Revisionsfall aufwendig oder schlicht unmöglich.
Mitarbeiter wechseln Abteilungen, verlassen das Unternehmen oder übernehmen neue Aufgaben – ihre alten Berechtigungen bleiben jedoch oft bestehen. Regelmäßige Rezertifizierungen werden nicht durchgeführt oder nicht konsequent gelebt.
Firefighter-Accounts und Notfallbenutzer sind operativ notwendig – aber ohne klares Rahmenwerk für Beantragung, Nutzung und Protokollierung werden sie zum unkontrollierten Sicherheitsrisiko.
On-Premise, Cloud, hybride Szenarien – jedes System hat eigene Kontrollmechanismen. Ein übergreifendes Compliance-Framework, das alle Systeme einheitlich abdeckt und Risiken konsolidiert darstellt, fehlt in den meisten Unternehmen.
Sie wissen jederzeit, wer worauf Zugriff hat – und warum. Risiken sind sichtbar, bevor sie zum Problem werden.
Zentrales Berechtigungs-Reporting
SoD-Risikoanalyse in Echtzeit
Lückenloser Audit-Trail
Konsolidierte Sicht über alle Systeme
Definierte Prozesse und technische Kontrollen sorgen dafür, dass Risiken nicht entstehen – oder sofort erkannt und adressiert werden.
Präventive SoD-Prüfung bei Rollenvergabe
Automatisierte Risiko-Eskalation
Mitigationskontrollen für Ausnahmen
Notfallzugang mit Protokollierung (Firefighter)
Jede Entscheidung ist dokumentiert, jeder Zugriff nachvollziehbar. Revisionen und Audits werden zur Routine, nicht zur Ausnahmesituation.
Revisionsgerechte Dokumentation
Periodische Rezertifizierung
Automatisierte Compliance-Reports
Nachweisbarkeit gegenüber Wirtschaftsprüfern
Aus unserem Blog
Die Einführung von SAP S/4HANA macht Anpassungen bei den Rollen und Berechtigungen erforderlich. Die sorgfältige Durchführung dieser Anpassungen spielt eine entscheidende Rolle für funktionierende Geschäftsprozesse und einen reibungslosen Betrieb, weil die Anwender ohne passende Rollen und Berechtigungen nicht auf die benötigten Funktionalitäten von SAP S/4HANA zugreifen können.
Viele Unternehmen unterschätzen ihre Compliance-Risiken – bis zur nächsten Revision. Sprechen Sie mit unseren Experten und erhalten Sie eine ehrliche Einschätzung Ihrer Situation.